Besichtigung des Atomkraftwerks Fessenheim
Am Dienstag, den 16. Februar 2010,hat die Grüne Hochschulgruppe/die Grüne Jugend im Rahmen ihrer Energietour dem Atomkraftwerk in Fessenheim einen Besuch abgestattet.
Dies ist der Bericht dazu:
Ein ganz normaler Tag.
An einem Dienstagmorgen traf sich eine Gruppe junger Menschen in Freiburg, stieg in drei Autos ein und überfuhr die französische Grenze. Ihr Ziel: Das Atomkraftwerk Fessenheim. Der erste Eindruck war enttäuschend, alles war kleiner und unspektakulärer als gedacht. Der Empfang durch die Guides war dafür umso netter. Zuerst bekamen wir einen halbstündigen Vortrag über AKWs in Frankreich im Allgemeinen und über das AKW Fessenheim, das mit zwei Druckwasserreaktoren und einer Leistung von 900 MW eher zu den Zwergen unter den 58 französischen AKWs gehört, aber das ganze Elsass mit Strom versorgen könnte.
Den Reaktor bekamen wir nicht zu Gesicht, dafür aber den Maschinenraum, eine riesige Halle mit riesigen Rohren und Gittern und alles bunt bemalt.
Zuvor bekamen wir sexy Sicherheitsschuhe und Helme von EDF, die Sicherheitsschranken sind wahrscheinlich strenger als im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses und mindestens so streng wie bei der Einreise in die USA, nur mit einem persönlichen Sicherheitscode konnten wir die Gitter durchqueren.
Die Druckwasserreaktoren erinnerten an den Physikunterricht in der Schule, mit Wasserkreisläufen und Turbinen und am Ende kommt Strom raus, der durch zwei unscheinbare Rohre nach draußen befördert wird und dann können wir daheim RTL2 schauen. Das war irgendwie das Faszinierendste: Die ganzen Sicherheitsvorkehrungen, die wir über uns ergehen lassen mussten und dann stehen wir in einer fast menschenleeren laut ratternden Halle und alles wegen einem 55m hohen Betonklotz und zwei Blechrohren.
Auf dem Betonklotz kann übrigens ein kleines Flugzeug landen ohne das was passiert und Erdbeben hält der Gute auch bis zu einer Stärke von 6,5 aus (angeblich…).
Überhaupt wissen wir jetzt, das Fessenheim ein sicheres AKW ist, das CO2-freien Strom erzeugt und die meisten Abfälle sind sowieso recyclingfähig, nur 2% sind atomarer Müll den man sicher unter der Erdoberfläche lagern kann, das haben so kluge französische Forscher rausgefunden. Das Essen und der Kaffee, den wir nach der Führung bekamen, war übrigens sehr lecker. Auf der Rückfahrt fühlte sich die Gruppe junger Menschen irgendwie ein bisschen verstrahlt. Und so schnell züchtet man eine neue Generation von Atomlobbyisten heran.
Selma Beck
Erstellt am Dienstag, 19. Januar 2010
Kategorie: In Aktion, Termine | Kommentieren »
